Claudia’s Mad Teaparty


Ferien in North Carolina (16. -21. August)
August 25, 2008, 6:12
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Am Samstag morgen bin ich mit meiner Gastfamilie schrecklich frueh (ca 6h) zum Bostoner Flughafen losgefahren. Von dort aus sollte es weiter nach Wilmington, North Carolina gehen, wo wir Anitas Eltern besuchen wollten.

An diesem Tag (wie haette es auch anders sein koennen) herrschte am Flughafen aber ein heilloses Chaos, so dass Anita schon in Panik gerat. Die Warteschlangen an den Schaltern schlaengelten sich schon bis nach draussen auf die Strasse, weil wohl irgend ein Systemfehler aufgetreten war und die Leute sich nicht selber einchecken konnten. Jedenfalls war es stressig! Im Endeffekt hat das aber dann doch alles ganz gut geklappt, weil wir zum Glueck unsere Sachen alle als Handgepaeck mitnehmen konnten und nicht in die laengsten Schlangen mussten. Von Boston sind wir erst mal ueber Philadelphia, Pennsylvania geflogen, so dass ich jetzt stolz verkuenden kann, dass ich in meinem ersten Monat in New Jersey, New York, Massachusetts, Rhode Island, Pennsylvania, North Carolina und South Carolina war.

Da sassen wir also in unserem kleinen Flieger von Philly nach Wilmington, als 10 Minuten vor unserer geplanten Landung eine Durchsage der Stewardess erklang. Von dem was sie sagte erinnere ich mich nur noch an einen Satz ganz genau: „It is my duty to let you know that we are declaring an emergency situation.“ Ach du …, das kann doch jetzt nicht wahr sein! Es gab ein Problem mit den Bremsklappen, die nicht richtig ausgefahren werden konnten. Das war nicht so gut, weil wir deswegen mit einer Geschwindigkeit von ca 180 Meilen/Stunde statt den normalen 100 Meilen/Stunde auf der Landebahn aufkamen. Dort rasten uns schon zwei Feuerwehrwagen hinterher fuer den Fall der Faelle. Die Landung war dann ziemlich heftig, aber natuerlich nichts im Vergleich zu dem was passieren haette koennen. Ich war dann auch reichlich erleichtert wieder festen Boden unter den Fuessen zu haben!

In Wilmington holte uns Anitas Vater Paul in einem unverantwortlich riesigen Van ab und fuhr uns zu ihnen nach hause. Das Haus war in einer Wohnsiedlung mit Golfanlage, eine sogenannte Plantation und wunderschoen. Wo wir ankamen konnte ich wirklich nur noch staunen was drei aeltere Menschen (Anitas Eltern und ihre Oma) mit so einem enormen Auto und Haus wollen. Wobei ich im Nachhinein dazu sagen kann, dass es doch nicht so uebertrieben erscheint, da Anita noch 5 Geschwister mit Kindern hat und die Lebenskosten in dieser Gegend um einiges guenstiger sind als um Boston herum. Ausserdem will ich mich ja nicht beklagen, dass ich waehrend meinem Aufenthalt in einem grossen, schoenen Zimmer mit Queensizebett verbleiben durfte! ;-) Anitas Mutter Audrey war in der Zwischenzeit auch ganz schoen fleissig und hatte schon superleckeren Blueberry Pie und Muffins gebacken, das war wirklich goettlich. Abends sind wir dann noch durch die Plantation spaziert, wo es so viele schoene Haeuser gab und eine von der Plantation geteilte Fitness- und Golfanlage mit Haus direkt am Fluss (in dem es uebrigens Alligatoren geben soll). Krokodile habe ich keine gesehen, dafuer aber haufenweise Fledermaeuse und direkt neben dem Haus auch noch drei Rehe. Eine andere zoologische Besonderheit North Carolinas sind die „Chiggers“ vor denen ich gewarnt wurde. Ich habe bis heute nicht herausgefunden, wie man die auf deutsch nennt, aber auf jeden Fall sind es Parasiten, die dort im Gras sitzen und nichts ahnenden armen Menschen mit nackten Beinen auflauern. Denen bin ich zum Glueck nicht begegnet, dafuer wurde ich von Muecken aber total zerstochen.

Sonntag haben wir dann am Strand verbracht. Holden Beach ist naemlich ganz in der Naehe des Hauses gewesen und dort gab es auch ein Strandhaus mit Pool, dass zu der Plantation gehoerte. Der Strand war auch sehr schoen, nicht zu voll und sehr sauber. In North Carolina ist es oefters ein bisschen bewoelkt oder nebelig, so dass man die Kraft der Sonne nicht wirklich spuert. Das wurde mir natuerlich prompt zum Verhaengnis und ich habe mir gleich einen Sonnenbrand eingefangen.

Das war aber auch nicht weiter schlimm und dank viel Aloe Vera Gel konnte ich am naechsten Tag auch wieder viel Wasserspass in der Sonne geniessen. Da sind wir zu einem Park mit riesigen Wasserrutschen gegangen und das hat auch viel Spass gemacht. Danach sind wir noch Minigolf spielen gegangen und haben in einem ganz suessen kleinen Laden Eis gegessen. Dort gab es das vielleicht beste Eis was ich je gegessen habe unter dem vielversprechenden Namen „Death by Chocolate“. Abends gab es dann ein besonders leckeres Abendessen, ich habe an dem Abend naemlich zusammen mit Maegan zum ersten Mal selber Sushi gemacht. Das war eine ziemliche Fitzelarbeit, aber es hat lecker geschmeckt und mit ein bisschen Uebung ist es bestimmt auch garnicht mehr so aufwendig.

Am Dienstag haben wir einen Ausflug nach Newport gemacht, dem naechsten groesseren Ort in der Umgebung. Da sind wir ein bisschen spazieren gegangen und in einen Buecherladen, der gebrauchte Buecher fuer den halben Originalpreis verkauft hat. Da habe ich mir prompt ein schoenes Buch von Phillipe Labro zugelegt, ironischerweise einen Bestseller aus Frankreich (spielt aber in den USA). Spaeter sind wir dann wieder mal in den Pool gehuepft und beim Abendessen bestand Paul (Anitas Vater) darauf mir eine Uebersicht der letzten vier Generationen der Kennedyfamilie und der Skandale, die jeder von ihnen zustande gebracht hat zu vermitteln. Es war auf jeden Fall interessant und die Eltern von Anita waren wirklich total lieb und gastfreundlich zu mir.

Den naechsten Tag verbrachten wir in Myrtle Beach. Das ist ein Touristenmecca gerade ueber der Staatsgrenze in South Carolina. Da gibt es ganz viele Touristengeschaefte und Attraktionen. Wir haben aber hauptsaechlich nur rumgeschaut. In einem Suessigkeitenladen kam ich dann noch in den Genuss von exotischen Erfindungen wie Salzbrezeln in Joghurtmantel oder mit Schokolade beschichteten Gummibaerchen (beides nicht so ganz mein Fall). Hauptsaechlich waren wir aber bei Build a Bear, einem Laden in dem man Kuscheltiere kaufen kann, aber gaaanz besonders. Da sucht man sich einen aus und den laesst man sich dann selber fuellen, dann steckt man ein kleines Herz hinein, foehnt und buerstet ihm sein Pelz und gibt ihm schliesslich einen Namen am PC. Daraufhin bekommt man fuer sein neues Kuscheltier dann eine Geburtsurkunde ausgestellt. Jedenfalls sehr niedlich gemacht und es ist bei meiner Gastfamilie eine Tradition, dass sie dort mit jedem Au Pair hingehen und ein Kuscheltier kaufen, dass dann ein Geschwisterlein fuer Audreys Kuscheltiere wird. So kam ich dann zu meinem neuen, total suessen Baerlein namens Mister Bubbels. Audrey fand ihn am Ende so schoen, dass sie den gleichen gekriegt hat. ;-) Auf dem Rueckweg ist Jeff extra noch bei CVS (die Apotheke/Drogerie hier) reingerannt und hat mir Antibakterielle Salbe, Cortison und eine grosse Packung Pflaster gekauft, weil mich die ganzen Muecken dort liebend gern verspeist haben, voll lieb von ihm, gell? Abends haben wir dann noch eine Geburtstagstorte verspeist, weil Paul ein paar Tage spaeter Geburtstag hatte, die ich gemacht hatte (ok, ok, es war eine Fertigpackung, aber ich habe sie besonders schoen verziert!) ;-)

Am Donnerstag war es dann wieder Zeit fuer die Heimreise und ich fand es schon ein wenig traurig den Sueden hinter mir zu lassen. Es war stickig heiss (ich habe am Thermometer mal 93F, also 34C gesehen!), im Grass lauern Parasiten, in der Luft Muecken und man muss ueberall wo man hin will ewig lange mit dem Auto fahren, aber irgendwie fand ich’s trotzdem toll. Die Menschen waren total freundlich und haben sich auch die Zeit genommen mit einem zu reden, im Garten habe ich mehrere Kolibris gesehen, der Strand war toll, der Akzent dort gefaellt mir, die lockere Lebenseinstellung, die ganzen suessen Strandlaeden, dass alles so schoen billig ist im Vergleich zu Boston,… Ich kann nur sagen, es war die Notlandung voll und ganz wert, ich bin sehr dankbar dafuer, dass ich noch einen ganz anderen Teil der USA kennenlernen durfte und irgendwann komme ich sicher wieder.

Ganz liebe Gruesse nach Bruessel, nach Deutschland und in alle Welt,

Claudia

Bei naechster Gelegenheit werde ich mich auch mal dazu aufraffen wenigstens ein paar meiner Bilder hochzuladen, aber das dauert mit dem alten Laptop alles so lange…


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