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Am Samstag (2/8 ) kam mein Gastpapa Jeff endlich von seiner Dienstreise in China zurueck und mit dem versteh ich mich auch ziemlich gut! Er ist sehr kommunikativ, aber was er erzaehlt ist auch meistens interessant (ausser gestern, als er mir 20 min die einzig wahre Art des Reis kochens erlaeutern wollte). Es wurde ja auch Zeit die gesammte Gastfamilie kennen zu lernen. Ich komme immer noch mit allen sehr gut klar und ich glaube eine bessere Familie haette ich kaum erwischen koennen!
Am Sonntag hatte ich mein erstes „Clustermeeting“. Da treffen sich alle Au Pairs aus der Gegend mit der Verantwortlichen der Organisation und unternehmen gemeinsam etwas. Dieses Mal waren wir auf einer Whale Watching Cruise, die am Bostoner Hafen losging. Das war auch alles ganz schoen, blos begann es dann nach ca 10 Minuten an zu regnen und so auf offener See war es auch ganz schoen kalt. Jedenfalls kamen wir dann nach einer 3/4Stunde dort an wo die Wale sein sollten. Da wurden wir dann dafuer, dass wir uns so lange den Arsch abfrieren mussten mit dem Anblick von viiiielen schoenen Walen entschaedigt.
Am Montag hatte Jeff dann noch frei und ist mit Audrey und mir in Somerville meine Social Security Number beantragen, Lunch essen und in einem Liquer Shop Biersorten bestaunen gegangen. Er ist naemlich ein begeisterter Hobbybierbrauer und hat sich auch total ueber die Bierglaeser und das Bierbuch das ich ihm geschenkt hab gefreut.
Audrey hatte in dieser Woche keine Day Camps mehr, so dass ich mir immer was ueberlegen musste um sie zu beschaeftigen, oder von dem Fernseher loszuloesen. Das hat aber auch alles recht gut geklappt. An einem Tag habe ich eine Freundin von Audrey zu einem Playdate eingeladen, sodass sich die beiden Zwerge jetzt ganz gut im Garten austoben konnten und ich mich solange um andere Sachen kuemmern konnte.
Dann hatte ich auch noch ein „Au Pair Date“ geplant. Da bin ich mit Audrey in das Museum of Science gegangen mit noch zwei anderen Au Pairs, die auch ihre Gastkinder mitgenommen haben. Unsere hostkids haben sich ganz toll verstanden und da konnten wir uns dann unterhalten waehrend die Kleinen durch das Museum gewuselt sind. Von den Ausstellungen habe ich aber nicht viel mitbekommen, obwohl es sicher interessant gewesen waere. Es waren aber auch so viele Kinder mit Day Camps und so unterwegs, dass ich auch keine Lust gehabt haette mich dazwischen zu zwaengen. So ist die Zeit aber geflogen und das war ein volles Tagesprogramm.
Freitag abends sind wir dann noch mit dem Bus zur Cambridgeside Galleria gefahren, das ist eine grosse Shoppingmall, also ein Einkaufszentrum. Solche Einkaufszentren gibts in Europa aber glaube ich gar nicht, da kann man nur noch schauen und staunen! Die untere Etage hat ganz viele Essensstaende, da kann man alles essen, worauf man gerade Lust hat: Italienisch, Mexicanisch, Thailaendisch, Japanisch,… Die naechsten paar Etagen gibts dann sooo viele Geschaefte, dass man wohl mehrere Tage brauchen wuerde da alles anzugucken. Dazu hatte ich nach der langen Woche aber auch garkeine Lust mehr und so haben wir nur Windowshopping gemacht und was gegessen. Ich habe hier im Haus noch keine Waage gefunden, aber es gibt hier so viele leckere Cookies und Brownies und Muffins und was weiss ich nicht alles. Ich glaube, zu Weihnachten wuensch ich mir ein Abo beim Fitnesscenter. Am Freitag hatte es aber leider gerade wo ich zur Bushaltestelle gelaufen bis total angefangen zu giessen, sodass meine Jeans, Socken und Schuhe total durchweicht waren. Das war wirklich ekelig. So einen Regen habe ich echt noch nie gesehen. Hier schlaegt das Wetter naemlich \von einer Sekunde zur naechsten komplett um und wenn es regnet, dann ist das kein Nieselregen und sondern eine regelrechte Flut, bei der sich an den Strassenseiten kleine Fluesse bilden. Das kann man sich garnicht so richtig vorstellen, aber es ist echt extrem und es gibt auch ziemlich oft „thunderstorm warning“! Naja, ich hatte trotzdem viel Spass.
Meine Gastfamilie ist an dem Wochenende mal wieder segeln gegangen und da sind sie am Samstag losgefahren nach Rhode Island, wo die Schwester von Anita wohnt mit der sie sich das Boot teilen. Ich bin waehrenddessen mit Sara nach Boston reingefahren und das war echt total schoen. Jedenfalls sind wir durch die Stadt gewandert und haben bei dem schoenen Wetter sightseeing gemacht. Boston gefaellt mir echt total gut und ich habe das Gefuehl, obwohl wir schon ganz viele historische Gebaeude erforscht haben, haben wir nur einen Bruchteil gesehen. Ich werde im September dann ein paar geleitete Stadtbesichtigungen mitmachen, jetzt ist es alles noch zu sehr ueberflutet mit Touristen. Abends ist Sara dann noch zu mir mitgekommen und wir haben zusammen Sushi gegessen und eine Komoedie angeschaut (man muss es schliesslich ausnuetzen, wenn der Fernseher mal frei ist und man niemanden damit stoeren kann!).
Am Sonntag bin ich dann wieder nach Boston reingefahren. Morgens war der Himmel noch strahlend blau und wir sind gemuetlich durch den Boston Common geschlendert (das ist ein grosser Park mit Teich mitten in Boston). Nachdem wir dann erstmal Ziellos durch die Innenstadt spaziert sind fing es ploetzlich wie aus heiterem Himmel an zu schuetten, wie am Freitag, nur noch schlimmer. Waehrenddessen habe ich Svenja dann erstmal zu Filene`s Basement geschleppt, das ist ein gaaaanz tolles Geschaeft von dem ich auch schon mal gelesen hatte und deswegen unbedingt rein wollte. Ich musste ausserdem schliesslich meine ersten beiden Paychecks feiern! Das hat sehr viele schoene Kleider ziemlich weit runtergesetzt. Da habe ich mich dann neu eingedeckt, weil ich ja nur ganz wenige Kleider mitgebracht hatte und dummerweise einen Teil davon auch noch in der Waesche verfaerbt hatte… An dem Kleiderdisaster war ich selber Schuld, ich habe ein rotes Tshirt mitgewaschen. Naja, Lektion fuers naechste Mal… Ach eins muss ich dazu noch erzaehlen: in der Waesche war auch so ein Kinderhandtuch mit Kapuze von Audrey, das war dunkelgruen und in Froschform. Jedenfalls wurde das gruen gemischt mit dem rot zu so ein komischen braunton. Da sass ich dann mit ihr im Wohnzimmer und lege die Sachen zusammen und ploetzlich wendet Audrey die Augen vom Fernseher ab und zieht ganz entgeistert ihr Froschhandtuch aus dem Waeschekorb. Dann schaut sie mich mit grossen Augen an und sagt ganz vorwurfsvoll zu mir „Claudia, look at my frog!“. Daraufhin musste ich ihr dann sagen „ I`m very sorry Audrey, but Froggy is a bear now…“ Damit hat sie sich dann zufrieden gegeben, aber ihr Blick war sooo suess!
Obwohl wir uns extra Regenschirme gekauft hatten, haben die uns auch nicht mehr viel geholfen, weil es einfach so doll geregnet hat, dass wir trotzdem nach ein paar Minuten durchweicht waren. Auf dem Rueckweg bin ich dann noch klatschnass bei Sara reingeplatzt. Ihre Gasteltern waren naemlich nicht da und da haben wir bei ihr DVDs geguckt und Pizza gegessen (waehrend ich mein Zeug in ihren Trockner schmeissen konnte). Das war auch lustig und so habe ich das Wochenende dann auch voll ausgekostet.
Nachdem ich Audrey waehrend der letzten Woche die ganze Zeit hatte habe ich meine Gasteltern mal darauf angesprochen wie das diese Woche sein sollte. Ich habe ihnen dann gesagt, dass es ja nett ist Zeit mit Audrey zu verbringen, aber das mir nach der letzten Woche langsam die Ideen ausgehen und wenn beide normal arbeiten ich dann eine 55 Stunden-Woche haette. Eigentlich wollte ich ja blos ein paar Anregungen haben, was ich mit Audrey machen koennte oder mit wem man Playdates organisieren koennte. Anita hat Audrey aber dazu ueberredet, dass sie diese Woche noch ein Day Camp macht, jetzt habe ich wieder von 9 bis 4 meine Ruhe und doch wieder eine entspannende Woche. Hier gibts halt irgendwie nur so lange Daycamps, soviel Freizeit haette ich gar nicht verlangt, aber ich bin doch ganz froh, dass ich mir diese Woche keine neuen Activities fuer Audrey ausdenken muss.
Im naechsten Besuch folgt der Reisebericht von North Carolina, versprochen!
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